Editorial

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Hinter den Kulissen

Frankfurt.
Herausforderung Hybridturm.

Phase 2

Shopping neu denken im Westfield London.

Weitsicht in Zahlen

Perspektive Zukunft.

12 Monate in 120 Sekunden

Das Geschäftsjahr im Überblick.

Journal 2015/2016

Phase 2

Westfield in London ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Das Joint-Venture von Commerz Real und der Westfield Corporation setzt Standards: Umsätze, Besucher, Mietpreise – die Performance ist unschlagbar. Nun wird das Shopping-Center erweitert. Ein Besuch der Fondsmanager auf der Baustelle zeigt: Die Mall ruht sich nicht auf dem Erfolg aus.

Westfield in London ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Das Joint-Venture von Commerz Real und der Westfield Corporation setzt Standards: Umsätze, Besucher, Mietpreise – die Performance ist unschlagbar. Nun wird das Shopping-Center erweitert. Ein Besuch der Fondsmanager auf der Baustelle zeigt: Die Mall ruht sich nicht auf dem Erfolg aus.

Wie Westfield wächst, ist am eindrucksvollsten von oben zu sehen. Also: Warnweste und Helm anziehen, feste Schuhe und Schutzbrille – und los geht’s aufs Dach. Der Weg führt durch das Shopping-Center, in dem Mario Schüttauf und Gerry Dietel ein eigenartiges Bild abgeben: In Bauarbeitermontur eilen die Fondsmanager des hausInvest durch die edle Boutiquenwelt von »The Village«. Es geht vorbei an den Shops von Louis Vuitton, Prada oder Burberry – Luxusmarken, die hier seit vielen Jahren beste Geschäfte machen. Den Weg zeigt Bob Wylie, im Center verantwortlich für die Sicherheit und ein echter Westfield-Veteran. Der 62-Jährige Projektentwickler war schon vor 15 Jahren auf dem Gelände im Westen Londons tätig, als die Fläche im Stadtteil Shepherd’s Bush noch als Parkplatz für Busse und Züge diente. »Davor hatte das Gebiet lange Jahre komplett brach gelegen«, weiß Wylie.

Aus diesem vergessenen Stück Land zwischen Stadtautobahnen und Zuglinien hat sich innerhalb weniger Jahre ein Juwel der an Attraktionen reichen Londoner Shopping-Szene entwickelt. Das Center beherbergt mehr als 300 Shops, lockt im Jahr mehr als 28 Millionen Kunden und erzielt einen Umsatz in Höhe von rund einer Milliarde Pfund. »Das ist absolutes Champions-League-Niveau«, sagt Wylie. Der 62-Jährige lebt in der Grafschaft Kent südöstlich der Metropole. Er darf sich daher erlauben, als Fußballfan keinen der Londoner Clubs zu unterstützen, sondern Rekordmeister Manchester United. Eines hat er beim Fußball gelernt. »Die besten Vereine der Welt zeichnet aus, dass sie sich auf ihrem Erfolg nicht ausruhen. Sie versuchen immer noch besser zu werden.« Daran arbeitet er mit seinem Team auch im Westfield London.

»Wir arbeiten hier auf absolutem Champions-League-Niveau. Wir ruhen uns nicht auf unserem Erfolg aus, sondern versuchen immer noch besser zu werden.«

Bob Wylie, Projektentwickler,
Westfield London

»Bei unserer geschäftlichen Partnerschaft mit Westfield profitieren wir insbesondere vom exzellenten Know-how der Shopping-Center-Spezialisten.«

Gerry Dietel, Fondsmanager, Commerz Real

Neue Shopping-Welt ab 2018

Bob Wylie führt die beiden Fondsmanager zunächst durch lange Gänge und enge Treppenhäuser. Oben angekommen, ergibt sich ein außergewöhnlicher Blick auf eine imposante Baustelle. Aus dieser Perspektive wirkt die Szenerie wie aus einem Wimmelbuch: Bagger schaufeln Erde, Lastwagen liefern Baumaterial, Arbeiter vermessen das Gelände. Aktuell sind knapp 500 Kräfte auf der Baustelle beschäftigt, später werden es mehr als 3.000 sein. Die Erweiterung, die im Jahr 2018 fertig werden soll, trägt den Projektnamen »Westfield London Phase 2«: Mit direkter Anbindung an das bereits bestehende Center entsteht eine neue Shopping-Fläche von 70.000 Quadratmetern. Rund 100 neue Shops finden hier Platz, darunter ein Megastore der renommierten und innovativen britischen Kaufhauskette John Lewis. Die Investition beträgt fast 800 Millionen Euro. Commerz Real teilt sich die Summe mit dem Partner, der australischen Westfield Corporation, die sich weltweit erfolgreich auf Shopping-Center fokussiert.

Im Frühjahr 2016 haben die Bauarbeiten begonnen, der Fortschritt ist beachtlich. »Viele der komplizierten Arbeiten sind bereits erledigt«, sagt Gerry Dietel, der im Fondsmanagement für Westfield verantwortlich ist. So musste zum Beispiel eigens eine Straße verlegt werden, damit die berühmten roten Doppeldeckerbusse weiterhin ein unter Denkmalschutz stehendes Depot direkt neben dem Center ansteuern können. Zudem fährt unmittelbar unter dem neuen Teil des Einkaufszentrums die Hammersmith-&-City-Line der Londoner Tube. Gerry Dietel war dabei, als im Vorfeld der Bauarbeiten Ingenieure und Architekten die Köpfe zusammensteckten, um herauszufinden, wie das funktionieren kann: ein Shopping-Center oberhalb einer U-Bahn-Linie zu bauen. »Es war faszinierend zu beobachten, wie innovativ dabei gedacht wurde«, sagt der Betriebswirt, der seit 2007 für Commerz Real tätig ist. »Sicherheit, Effizienz und Qualität standen gleichermaßen im Fokus. Und das Team ließ so lange nicht locker, bis es eine optimale Lösung gefunden hatte.«

In der frühen Projektphase der Erweiterung war Gerry Dietel beinahe wöchentlich in London. Derzeit besucht er das Projektbüro einmal im Monat, um sich im Team zu besprechen und die Baustelle zu besichtigen. »Mich beeindruckt, wie zügig und gewissenhaft das Projekt vorangeht«, sagt der Fondsmanager. Entstehen Probleme, werden sie zielstrebig gelöst. »Alle Beteiligten arbeiten daran, dass im neuen Teil des Centers planmäßig die Geschäfte eröffnen können.« Auch die Partnerschaft mit dem gleichberechtigten Anteilseigner, der Westfield Corporation, funktioniere einwandfrei. Dietel: »Wir profitieren dabei insbesondere vom exzellenten Know-how der Shopping-Center-Spezialisten.«

Organismus Einkaufszentrum

Von dieser Expertise zeigt sich auch Mario Schüttauf beeindruckt. Der Fondsmanager kennt viele Shopping-Center, weltweit. »Die Performance von Westfield London ist herausragend.« Klar, die Weltstadt London boomt. Wer hier investiert, macht wenig falsch. »Hinzu kommt, dass hier viele Sachen richtig gut gemacht werden.« Um die besonderen Stärken von Westfield zu erleben, verlassen die beiden Fondsmanager das Dach. Der Weg zurück führt durch einen beinahe einzugsfertigen Rohbau zwischen dem alten und dem neuen Westfield, der in wenigen Tagen an die schwedische Modekette H&M übergeben wird. »Der Mieter betreibt bereits einen Store im Einkaufszentrum, möchte sich aber unbedingt vergrößern«, sagt Gerry Dietel. Der Anbau macht das möglich. »Das zeigt, wie gut Westfield funktioniert – und wie wichtig es ist, flexibel auf die Wünsche der Mieter reagieren zu können.«

Über das Shopping-Center führt der Weg in den Außenbereich, wo hunderte Londoner das frühsommerliche Wetter für einen Lunch in einem der 60 Bars und Restaurants nutzen. Die Atmosphäre erinnert an einen Urlaubsort, von urbaner Hektik keine Spur. Direkt neben dem Einkaufszentrum befindet sich das Projektbüro der Baustelle. Gerry Dietel begrüßt ein paar Kollegen, mit denen er schnell über Details des Neubaus ins Gespräch kommt. Mario Schüttauf nutzt die Zeit, um die Zukunft zu bestaunen: An der Wand hängt eine Visualisierung der Erweiterung. »Das wird ein Center wie aus einem Guss«, schwärmt der 41-Jährige. »Sie werden später nicht mehr sagen können, ob Sie sich im alten oder neuen Teil des Centers befinden.« Dahinter steckt harte Planungsarbeit. »Westfield ist wie ein Organismus«, beschreibt Schüttauf. »Das Einkaufszentrum besitzt eine ganz eigene Dynamik, und das Center-Management weiß, worauf es ankommt, um diese zu erhalten. Das ist das Erfolgsgeheimnis.«

»Das Shopping-Center besitzt eine ganz eigene Dynamik, und das Management weiß, worauf es ankommt, um diese zu erhalten. Das ist das Erfolgsgeheimnis.«

Mario Schüttauf, Fondsmanager,
Commerz Real

Shopping 4.0

Unterstützt werden die Manager vor Ort von der Ideenschmiede Westfield Labs in San Francisco, wo Handels-Spezialisten die Shopping-Innovationen von morgen entwickeln. Im Fokus stehen dabei insbesondere Multi-Channel-Strategien, also die Verzahnung von stationärem und Online-Handel. Kevin McKenzie, Chefentwickler bei Westfield Labs, ist stolz auf sein Zukunftslabor: »Wir haben uns die Frage gestellt, was Westfield tun kann, um die Branche vorwärts zu bringen. Und der Einzelhandel ist bereit für die Veränderungen und Chancen, die möglich werden, wenn sich digitale und physische Welt annähern.« So sieht das auch Mario Schüttauf: »Der Erfolg von Westfield belegt, dass Einkaufszentren keine Angst vor der Digitalisierung haben müssen«. Das beste Beispiel sei der große Store von John Lewis im neuen Teil von Westfield. Die Kaufhauskette nimmt in Großbritannien die Rolle des Multi-Channel-Pioniers ein, indem sie ihren Kunden in den Stores eine Vielzahl von Online-Services bietet. Auch andere Mieter in Westfield gehen diesen Weg. »Shopping 4.0«, nennt der Mario Schüttauf den Trend, die Online-Welt in die Stores zu integrieren. »Westfield London ist in dieser Hinsicht sehr weit – und damit auch für eine immer digitaler werdende Zukunft bestens vorbereitet.«

»Die Einzelhandelsbranche ist bereit für die Veränderungen und Chancen, die möglich werden, wenn sich digitale und physische Welt annähern.«

Kevin McKenzie, Global Chief Digital Officer, Westfield Labs
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