arrow-downCreated with sketchtool. arrow-rightCreated with sketchtool. arrow-solid-downCreated with sketchtool. arrow-solid-leftCreated with sketchtool. arrow-solid-rightCreated with sketchtool. arrow-solid-topCreated with sketchtool. arrow-topCreated with sketchtool. cameraCreated with sketchtool. closeCreated with sketchtool. google-plusCreated with sketchtool. Page 1 search-altCreated with sketchtool. searchCreated with sketchtool. _ sound-offCreated with sketchtool. sound-onCreated with sketchtool. text-leftCreated with sketchtool. touch-deviceCreated with sketchtool.
Victoria Square, BelfastOriocenter, Bergamo

Neue Markt­plätze

Moderne Shoppingzentren müssen mehr sein als reine Verkaufsorte. In Belfast und Bergamo bereiten sich zwei unterschiedliche Immobilien auf ihr Übermorgen vor.

arrow-downCreated with sketchtool.

Moderne Shoppingzentren müssen mehr sein als reine Verkaufsorte. In Belfast und Bergamo bereiten sich zwei unterschiedliche Immobilien auf ihr Übermorgen vor.

Es ist Mai in Belfast. Durch die riesige Glaskuppel des Victoria Square im Herzen der nordirischen Hauptstadt scheint heute die Sonne. Nicht nur aus der Skyline Belfasts ist die Mall nicht mehr wegzudenken. »Viele andere Einkaufszentren behaupten das von sich vermutlich auch«, lacht Anyi Hobson, die zuständige Assetmanagerin bei der Commerz Real. »Aber das Victoria Square ist wirklich mehr als nur ein Shoppingcenter. Es hat Belfast verändert.« Das Center wurde 2008 mit dem klaren Ziel eröffnet, die lokale Wirtschaft anzukurbeln und die Stadt zu stärken. Mit Erfolg: Etliche Mieter der ersten Stunde sind auch heute noch im Victoria Square ansässig. »Von den Menschen, die hier arbeiten, über unsere lokalen Berater bis hin zu jedem Taxifahrer, den ich frage«, betont die 53-Jährige. »Alle sind unglaublich stolz auf ihr Victoria Square und darauf, wie es die Shoppingkultur in Belfast und Nordirland belebt hat.«

Anyi Hobson, die sich selbst als echte New Yorkerin beschreibt, ist neben dem Victoria Square auch für weitere hausinvest-Shopping-Immobilien in den USA zuständig.

Seit 11 Jahren betreut Rolf Stiel Einkaufszentren in Europa, das Oriocenter ist aktuell sein größtes Projekt. Ein Bonus für den gebürtigen Münchner: Der regelmäßige Blick auf die Alpen.

»Die Menschen hier sind unglaublich stolz auf ihr Victoria Square und darauf, wie es die Shoppingkultur in Belfast und Nordirland verändert und belebt hat.«

Anyi Hobson

Vielfalt in Belfast

Die Mall befindet sich im Stadtzentrum und dementsprechend unterschiedlich sind auch die Kunden: Anwälte und Geschäftsleute, die feste Parkplätze im Zentrum haben und in der Nähe arbeiten, aber auch Touristen, Schüler, ganze Familien. »Es kommt total auf den Wochentag an, manchmal kommt die gleiche Person an verschiedenen Tagen aus ganz verschiedenen Gründen«, sagt Hobson. »Jemand, der in der Innenstadt arbeitet, besorgt sich freitagmittags nur schnell etwas zu essen, aber verbringt den ganzen Samstag mit seiner Familie hier.« Das ist auch der Grund, warum das Victoria Square auf ein breites Angebot setzt, ganz gleich, ob es ums Shoppen, Essen oder das Unterhaltungsprogramm geht.

Wie in vielen Shoppingzentren handelt es sich bei den meisten Mietern um große Marken, darunter Apple, Hugo Boss, Michael Kors, Swarovski, Top Shop, H&M. »Die Menschen hier sind verrückt nach Label-Stores. Das meine ich ernst«, erklärt die gebürtige Amerikanerin. Nordirland ist geografisch gesehen nicht mit dem Rest von Großbritannien verbunden. Das bedeutet, dass auch große Marken etwas länger brauchen, um hierher zu expandieren. Viele haben im Victoria Square bis heute die einzige Filiale Nordirlands. »Zwei Einzelhändler, die die Vielfalt des lokalen Marktes vielleicht besonders schön zeigen«, ergänzt Hobson, »sind Remus Uomo und Boojum.« Remus Uomo mit Sitz in Belfast ist die vielleicht lokalste Herrenmodekette, schließlich stattet sie auch die nordirische Rugby-Nationalmannschaft aus. Boojum ist dagegen auf eine – zwar sehr unirische, aber auch hier äußerst beliebte – Delikatesse spezialisiert: Burritos!

Eine Besonderheit am Victoria Square: Es gibt keine Eingangstüren. So wird das Center zur Fußgängerzone, durch die man Tag und Nacht hindurchschlendern kann.

Im Oriocenter sind natürlich vor allem italienische Modemarken hoch im Kurs. Aber auch viele internationale Labels haben im Bestandscenter oder Neubau Flagship-Stores eröffnet.

24 %
der Besucher sind zwischen 18 und 24 Jahre alt, zwei Drittel jünger als 45.

Soziales Erlebnis

Onlineshopping stellt in Nordirland allein wegen der langen Lieferzeiten auf die Insel weniger Konkurrenz als im übrigen Europa dar. Trotzdem ist es natürlich auch hier ein wichtiger Punkt, mit dem sich Anyi Hobson auseinandersetzt, wenn sie Strategien zur Wertsteigerung des Victoria Squares entwickelt. Eine der Antworten darauf lautet: einzigartige Erlebnisse und Angebote schaffen. Von der Stilberatung bis hin zu Fashionshows dreht sich dabei vieles um Mode. Ein besonderes Erlebnis ist aber schon das Gebäude an sich. »Im Vergleich zu vielen anderen Einkaufszentren, die oft eher pragmatisch gestaltet sind, ist das Victoria Square einzigartig und unglaublich schön«, beschreibt Hobson, die seit November 2014 Assetmanagerin bei der Commerz Real und neben Belfast auch für weitere Shopping-Immobilien in den USA zuständig ist.

Das Victoria Square ist kein großer Komplex mitten im Herz der nordirischen Hauptstadt. Es fügt sich respektvoll in seine Umgebung ein – und hat obendrein keine Eingangstüren. Man kann einfach hindurchschlendern oder, bestenfalls, eine Weile bleiben. Die gesamte Architektur der Mall lädt zum Bleiben, zum Staunen und zum Fotografieren ein. Die Glaskuppel, von der aus man Belfast überblicken kann, ist ein Touristenmagnet. Auch in den sozialen Kanälen ist diese Begeisterung sichtbar. Viele Besucher und Kunden posten Aufnahmen des Gebäudes oder Selfies auf ihren Facebook- oder Instagram-Accounts und verlinken das Center. Darüber freut sich natürlich auch das lokale Marketing-Team, das online selbst sehr aktiv ist. Auf Twitter hat das Victoria Square zum Beispiel mehr Follower als jedes andere Einkaufszentrum in Nordirland. »Aus unserer Sicht ist die Zukunft des Einzelhandels zwar digitalisiert«, erklärt Hobson, »vor allem liegt sie aber auch im sozialen Erlebnis. Und wir berücksichtigen beides.«

Victoria Square

Baujahr: 2008
Erwerbsdatum: 2004
Gesamtnutzfläche: 66.542 m2
Anzahl der Mieter: 77
Besucher jährlich: 12.000.000

Oriocenter

Baujahr: 1999
Erwerbsdatum: 2000
Gesamtnutzfläche: 105.000 m2
Anzahl der Mieter: 280
Besucher jährlich: 13.000.000 (Prognose)

Wachsen in Bergamo

1.500 Kilometer Luftlinie entfernt von Belfast, im norditalienischen Bergamo, steht das Oriocenter. Wäre an diesem Maitag besseres Wetter, könnte man von hier aus das wunderbare Alpenpanorama bestaunen. Heute hängen dichte Regenwolken davor. Aber ein Vorteil an vielen Shoppingcentern ist im Allgemeinen ja, dass sie überdacht sind. So auch das Oriocenter. Rolf Stiel, der wie Hobson zum Team der Shopping-Assetmanager bei der Commerz Real gehört, ist ein bis zwei Mal im Monat in Italien. Das gleiche gilt für die Zentren in der Türkei und in Spanien, die er zusätzlich zu Bergamo betreut. Aktuell wohnt er allerdings öfter als sonst im Hotel, das praktischerweise direkt am Zentrum liegt und auch zum Commerz Real-Portfolio gehört. »Das Oriocenter bekommt gerade besonders viel Aufmerksamkeit von mir«, berichtet Stiel. Denn: Noch diesen Monat wird die lang geplante Erweiterung eröffnet – und das Center wird dann mit über hunderttausend Quadratmetern Gesamtnutzfläche das größte in Italien sein.

Die günstige Lage zwischen dem Airport und der A4, die Mailand und Venedig verbindet und Italiens meistbefahrene Autobahn ist, hat natürlich einen großen Einfluss auf das Publikum. Viele Besucher sind Touristen, die übrigen Berufstätige, die am Flughafen und in der Umgebung arbeiten, oder Familien, die die hohe Konzentration des Angebots an einem Ort schätzen. Das Oriocenter ist nach dem Alles-für-alle-Prinzip gestaltet, mit der Erweiterung wächst die Auswahl an Shops, Bars und Restaurants allerdings noch mal um ein Vielfaches. Viele Marken eröffnen wie Armani, Boss, & Other Stories und Michael Kors hier ihre ersten italienischen Stores in einem Shoppingcenter – Under Armour sogar den ersten in Italien überhaupt. Auch über Modelabels hinaus ist das Angebot groß. »Zu Hypermarkt und Ärztezentrum haben wir jetzt auch das größte IMAX-Kino in Italien«, erklärt Stiel. Und der Eingang liegt direkt hinter dem neuen Kulinarik-Areal, das wirklich jede Geschmacks- und Ernährungsrichtung abdeckt.

Wie es sich für ein anständiges Einkaufszentrum in Italien gehört, verfügt das Oriocenter natürlich über einen vergleichsweise hohen Anteil italienischer Modemarken, Pizzabäcker und Eisdielen. »Und«, spekuliert Stiel mit einem Lachen, »ich bin ganz sicher, dass hier mehr Sonnenbrillen als in Belfast verkauft werden!« Ziemlich italienisch sei auch die Parksituation. »Ich sag es mal so: Die Verkehrsordnung wird eher leger ausgelegt.« Für ein Shoppingcenter, das im Boom der 90er errichtet wurde, ist das Parkhaus übrigens eine ungewöhnlich nachhaltige Meisterleistung. Bei etlichen Zentren aus dieser Zeit beanspruchen ebenerdige Parkpätze sehr viel zusätzliche Fläche um die Gebäude herum. In Bergamo liegen sie in mehreren Etagen darunter, auf dem Dach bleibt Platz für eine große Photovoltaikanlage.

»Wir haben uns neue Ziele gesteckt, die wir unbedingt erreichen wollen. Aus 90 Minuten durchschnittlicher Aufenthaltszeit sollen zwei Stunden werden, statt 10 Millionen Besuchern im Jahr werden wir 13 Millionen erreichen.«

Rolf Stiel

Die Glaskuppel im Victoria Square ist ein echter Touristenmagnet: Von hier aus kann man fast die ganze Stadt überblicken.

Das Oriocenter verfügt ebenfalls über ein Glasdach, durch das Tageslicht in das Center strahlt. Auch auf dem Dach: eine Photovoltaikanlage.

Revitalisierung ist ein Muss

Mit dem Neubau wird aber nicht nur das Angebot vergrößert und aktualisiert. »Wir haben die Gelegenheit auch für eine Neupositionierung genutzt«, erklärt Stiel. Und das ist nicht ungewöhnlich: Alle 10 bis 15 Jahre macht es bei den meisten Shoppingzentren Sinn, die Konzepte zu überarbeiten und zu modernisieren. Der Markt ist gereift, anstelle von Neubauten stehen jetzt Revitalisierungen der bestehenden Center im Fokus. »Auch unser Bestandscenter kann das anstehende Facelift gut gebrauchen«, bestätigt Stiel, der seit 11 Jahren Assetmanager bei der Commerz Real ist. So werden etwa die sanitären Anlagen renoviert, WiFi wird es in allen Bereichen geben. Zum neuen Konzept unter dem Slogan "Big & Unique" gehören außerdem ein neues Logo, eine neue Website und – vor allem – eine Kommunikationsstrategie, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf den diversen sozialen Kanälen. Am Puls der Zeit ist es für Shoppingzentren wichtig, eine hohe Zahl an Followern, Influencern und letztlich Kunden zu erreichen. Zusätzlich sind zahlreiche Events wie Konzerte geplant, die das positive Centererlebnis bekräftigen werden. »Aufbauend auf dem etablierten Erfolg des alten Oriocenters haben wir uns neue Ziele gesteckt, die wir unbedingt erreichen wollen«, erklärt Stiel. »Aus 90 Minuten durchschnittlicher Aufenthaltszeit sollen zwei Stunden werden, statt 10 Millionen Besuchern im Jahr werden wir 13 Millionen erreichen.«

35.000 m2
groß ist die Erweite­rung, die im Mai 2017 eröffnet wurde.
  1. Einstieg
  2. Vielfalt
  3. Erlebnis
  4. Wachstum
  5. Revitalisierung
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
Neue Marktplätze / 19.06.2017
Autodesk, Scenic und die Digitalisierung von Gebäuden.

Sprechende Häuser